Der Flur...

Nachdem wir im Bad eine alte Drehstromleitung abklemmen und entfernen mußten (siehe das letzte Bild auf der Seite Bad), tat sich im Flur rund um die Türe zum Stall einiges auf, daß wir nicht (vermutlich über Jahre) so lassen wollten. Der Flur ist nunmal gleichzeitig unser Wohnzimmer mit Kamin und Fernseher...
Also kurze Besprechung und dann einstimmiger Beschluß: wir fangen an, den Flur bis zu den ersten beiden Türen zu renovieren. Dann bekommen wir auch mal einen Eindruck davon, ob unsere Gestaltungsideen in diesem riesigen Raum (14,8 m Länge, 2,7 Meter Breite und 3,8 m Höhe) auch wirken könnten.

Also als erstes Tapete und Korkplatten aus den 1980ern runter...
Darunter tauchten zwei Farbschichten auf. Die obere (und damit jüngere Schicht) ist ein heller Sandton als Grundfarbe, der dicht an dicht mit silberfarbigen Blättern und Ranken überzogen ist. Diese Schicht haben wir allerdings nicht an den Stirnseiten entdeckt, sondern bis jetzt nur an den Längsseiten. Die kleinen entdeckten Stücke dieser Farbschicht lassen erahnen, daß damit versucht wurde, dem Raum optisch mehr Breite zu geben und ihn in der Länge optisch etwas zu kürzen. Leider platzt diese Schicht mit dem Lösen der Tapete ab.
Eine weitere stark beschädigte Farbschicht, die man hier links im Überblick sieht ist wohl der erste Anstrich direkt auf dem Putz mit sehr wässriger Kalkfarbe. Rund um die Tür ist eine wasserblaue Fläche gemalt, die Ecken sind mit einem je 17 cm breiten mittelbraunen Streifen in beide Richtungen abgesetzt, der sich oben als Abgrenzung zur Decke fortsetzt.
Der mittelbraune Streifen wird von einem 2 cm breiten dunkelbraunen Streifen eingefaßt. Hierauf sind ca. alle 20 cm diese dunkelbraunen, stark stilisierten Blüten aus vier Blättern und einem kreisrunden Mittelpunkt gemalt. Sie berühren den mittelbraunen Streifen nicht, gehen aber in das Blau über.
Diese Malereien einschließlich der Blüten haben wir bis jetzt nur bis zu einer Höhe von 1,1 m über dem Boden sehen können. Der untere Teil ist mit einer glatten, weißen und grob mit einem Quast aufgetragenen Schicht (siehe oberes Bild links neben der Tür) abgedeckt.
Eigentlich hatte diese Schicht keine Lust zu weichen. Wir sind mit dem Schwingschleifer daran gegangen, weil andere Versuche erfolglos blieben.
Darunter tauchte das auf, was an mehreren Stellen bis in 2 m Höhe auf diesem Bild zu erkennen ist: Ölfarbe. Da helfen nur Hammer und Meissel...
Unsere Lust knapp 30 laufende Meter von mal 1,3 m und mal über 2 m hoch verstrichener Ölfarbe zu befreien, ist äußerst begrenzt. Daher hatten wir jetzt diese Idee: bis auf 1,1 m Höhe Holzpaneelen, mit Leinölfarbe in einem freundlichen Mausgrau ;-) gestrichen. Darüber ist weiße Kalkfarbe auf den Putz gekommen.

Inzwischen hatten wir einen Besuch des örtlichen Elektrikers und die gesamte Zählertafel ist nach draußen in den Stall verschwunden. Die Elektrik ist in großen Teilen neu gemacht und in den Kriechkellern verschwunden. Wir können die alten Kuhlo-Rohre mit Porzellanverteilerdosen aus dem Flur reissen und den Flur komplett renovieren. Theoretisch.

Praktisch haben wir das Problem, daß der gesamte Flur mit weißer Kalkfarbe gestrichen den zweifelhaften Charme eines Krankenhausflures bekommt. Monis Idee war dann, das Originalmuster nachzumalen. Aber: in welchen Farben? Da Ralph sich solche Sachen nicht vorstellen kann, hat Moni "Herrn Illustrator" bemüht und (nicht maßstabsgetreu) ein paar Farbmuster angelegt, die wir hier mal verkleinert wiedergeben. Links oben das, wie es mal gewesen ist, soweit wir das dank der unkaputtbaren Ölfarbe beurteilen können. Rechts oben eine Kombination aus dunkelgrau und hellgrau, in der zweiten Reihe aus hellgrau und rot (links) und hellgrau und gelb (rechts) und in der dritten Reihe aus hellgrau und grün.

Fazit: wir sind nicht schlauer als vorher. Auf unserer Testwand gefiel Ralph das Chromoxydgrün am besten. Das Rot tendiert zu einem Rosa, je dünner man die Farbe anrührt, das Gelb ist kräftiger, als Moni es in ihrem Farbmuster gemalt hat, nur Grautöne ist uns zu trist und die Originalfarbgebung zu kräftig/zu bunt. Auf das Grau auf den Paneelen wollen wir aber auch nicht verzichten, weil das die Verbindung zu den schwarzen Bodenfliesen herstellen soll...

Da haben wir noch was zu denken!